Das Kind-Ich wird von frühen Kindheitserfahrungen geprägt. Es sind darin z. B. Bedürfnisse und Gefühle enthalten. Zwar sollte man es nicht mit “kindlich” vergleichen, doch äussern sich darin einige Verhaltensweisen in einer Art, wie sie bei Kindern beobachtet werden können. Das sind z.B. Trotz, Angst, Spontaneität oder Kreativität.
Das Eltern-Ich einer Person beinhaltet Einstellungen, Tabus, Gesellschaftsnormen und Verhaltensweisen, die ungeprüft von den Eltern übernommen werden. Dabei ist das kritische Eltern-Ich (korrigiert und belehrt) vom fürsorglichen Eltern-Ich (beschützt und betreut) zu unterscheiden.
Das Erwachsenen-Ich zeigt sich durch Ruhe, ausgeglichene Körperbewegungen, Rationalität, Sachlichkeit und Problemlösen. Es sammelt Daten und Fakten und verarbeitet sie weitgehend unabhängig von persönlichen Sichtweisen. Gegenüber dem Eltern-Ich hat es die Aufgabe, dort abgelegte Normen darauf zu prüfen, ob diese verändert werden müssen.
Die Zustände sind vom tatsächlichen Lebensalter unabhängig. Befindet sich eine Person im Kind-Ich, so erlebt sie sich in diesem Zeitraum wirklich als ein Kind von z.B. drei Jahren. Verursacht wird die Situation dadurch, dass sie in eine Situation gerät, die sie aus Kindertagen kennt. Diese löst ein eingespeichertes Handlungsmuster aus.
Kommunizieren Menschen mit ihren unterschiedlich ausgeprägten Ich-Zuständen miteinander, finden “Transaktionen” statt. Man unterscheidet parallele oder gekreuzte Transaktionen. Kommen Transaktionen von oben aus dem Eltern-Ich, erreichen sie beim Kommunikationspartner häufig das angepasste, rebellische oder freie Kind-Ich.
Beispiel: Der Abteilungsleiter sagt zu seinem Mitarbeiter: “Herr Meier, räumen Sie bitte sofort das Lager auf!” und Meier antwortet: “Mach ich, ich bin schon unterwegs.” (Siehe Bild links)
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Sagt Meier jedoch: “Das geht jetzt nicht, ich habe noch einen Kunden!” kommt es zu einer gekreuzten Transaktion, also zu einer Konfliktsituation. (Siehe Bild rechts).
Vermeiden lässt sich so eine Konfliktsituation, indem Gespräche gleich auf der Erwachsenen-Ich-Ebene begonnen werden.
Beispiel: „Herr Meier, morgen um 14 Uhr kommt der Regionalleiter und möchte sich Ware aus dem Lager abholen. Das Lager muss dann aufgeräumt sein. Es ist jetzt schon gleich Feierabend. Wollen Sie heute noch hier bleiben und aufräumen oder passt es Ihnen besser, wenn Sie morgen etwas früher kommen?“ Der Mitarbeiter kann selbst entscheiden und eigenverantwortlich handeln.
Alle drei Ich-Zustände sind gleich wertvoll und finden sich in einer gesunden Persönlichkeit in einem ausgewogenen Verhältnis! Abspaltungen oder zu starre Grenzen ergeben sich, wenn ein Kind z.B. gezwungen wurde, einen bestimmten Ich-Zustand übermäßig zu leben, um seine Bedürfnisse befriedigt zu bekommen (z.B. Schlaumeier oder hilfloses Baby) oder auf einen bestimmten Ich-Zustand übermäßig stark zu verzichten. Ziel der Therapie ist es, durch Bewusstmachung der eigenen Transaktionen die Flexibilität wieder herzustellen und abgespaltene Teile zu integrieren.
Die TA behandelt ebenfalls die Entscheidung über die Grundeinstellungen, die in der frühen Kindheit getroffen werden.
Grundeinstellungen: “Ich bin o.k.” - “Du bist o.k.” “Ich bin nicht o.k.” - “Du bist o.k.” “Ich bin o.k.” - “Du bist nicht o.k.” “Ich bin nicht o.k.” - “Du bist nicht o.k.”
Ein Ziel der Therapie ist es daher, eine Grundeinstellung zu erlangen, nach der man sich selbst und andere für o.k. hält. Misstrauen (z.B. aufgrund brutaler, vernachlässigender Eltern), ein negatives Selbstbild (aufgrund fehlender Zuwendung) oder eine Haltung in der man an sich selbst und an anderen zweifelt (z.B. verursacht durch gefühlskalte Eltern) verhindern Lebensfreude. Die TA will Wachstum ermöglichen, Loslösung von leidvollen Spielchen der Vergangenheit, eine neue, beglückendere Haltung des Klienten, die ihn selbst-bewusst, handlungsfähig macht und hin zu einer sozial verantwortlichen Selbstverwirklichung führt. Ein lohnendes Ziel!
Autorin: Catrin Starossa, NLP-Trainerin und Coach Internet: www.starossa.com
Die Transaktionsanalyse (Teil 1)
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