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Gesprächspsychotherapie

Die Gesprächspsychotherapie wurde von Carl Rogers zwischen 1938 und 1950 als humanistisches Therapieverfahren entwickelt. Sie gilt damit als dritter Pfeiler der Psychotherapieformen. Die anderen beiden sind: 1. die Psychoanalyse und die daraus entstandenen tiefenpsychologischen Therapien und 2. die Kognitive Verhaltenstherapie.

Die Gesprächspsychotherapie geht beim Menschen von einer Selbstverwirklichungstendenz (Aktualisierungstendenz) aus, d.h. sie sieht im Menschen ein Kraft, die zur Selbstverwirklichung, zur Entwicklung und Reifung der eigenen Fähigkeiten und Persönlichkeit des Menschen "drängt". Der Therapeut ist dabei eine Art "Geburtshelfer", der aktuelle Hindernisse aus dem Weg räumt, um die Selbstverwirklichungskräfte "sich entfalten zu lassen". Der Mensch bekommt dann Probleme, wenn es eine Diskrepanz zwischen seinem Selbstkonzept und seiner aktuellen Erfahrung in der Umwelt gibt.

Der Therapeut benutzt als Techniken das aktive Zuhören, das Spiegeln und Vertiefen von Aussagen und Gefühle des Klienten über das Paraphrasieren, Verbalisieren und Vertiefen. Sein Klient soll sich dadurch immer besser selbst verstehen, sich mit seinen Motiven, Gedanken und Gefühlen auseinandersetzen und seine aktuellen Konflikte lösen.

Rogers stellt drei Basisvariablen in der Gesprächspsychotherapieauf, welche ein Gesprächspsychotherapeut besitzen oder ausbilden sollte:

Als erstes: Empathie (damit ist das Einfühlungsvermögen des Therapeut in die Welt des Klienten gemeint),
Als zweites: Kongruenz, Echtheit (der Therapeut ist sich seiner Gefühle bewusst und verhält sich authentisch) und
Als drittes: bedingungslose Wertschätzung (d.h. der Therapeut akzeptiert den Klienten, wie er ist).

Natürlich sind diese drei Basisvariablen auch in jeder anderen Therapierichtung eine wichtige Voraussetzung dafür, dass sich der Klient auf die Bearbeitung seiner Probleme einlässt.


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