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Traumata und ihre Therapie (Teil 2)


Ein Therapeut, der sich mit traumatisierten Klienten beschäftigen möchte, sollte auch über entsprechende Ausbildung und Erfahrung im therapeutischen Bereich verfügen. In der Traumatherapie ist es noch wichtiger als in der “normalen” Therapie dem Klienten das Gefühl von Sicherheit und geschütztem Raum zu geben.

Ein weiterer Punkt ist, dass der Therapeut für den Klienten Partei ergreift: Der Klient hat alles in seiner Macht stehende getan, um zu überleben! Er hat bereits Großes vollbracht! Für den Therapeuten ist es wichtig, dem Klienten zu signalisieren, dass er selbstverantwortlich handeln kann und er dem Klienten empathisch vermittelt, dass er mit ihm über seine schlimmen Erlebnisse reden darf und kann. Der Klient braucht den Therapeuten nicht zu schützen! Das “Prinzip Hoffnung”, dass alles wieder erträglich für den Klienten wird, andererseits auch die Akzeptanz der Entscheidungen des Klienten sind ebenfalls Grundbausteine in der Therapie.


Weiterhin ist es für den Therapeuten wichtig, sich von den Erlebnissen des Klienten abzugrenzen und auch ein Bewusstsein für eigene Grenzen und Unterstützungsmöglichkeiten zu entwickeln. Ebenso ist die Beachtung der eigenen Psychohygiene ein elementarer Punkt in der Therapie.

Es gibt, wie in jeder anderen Psychotherapie, auch in der Traumatherapie bestimmte Phasen: In der Anamnese und Diagnostik-Phase ist es von großer Bedeutung auch differentialdiagnostisch zu explorieren. Hierbei sind Anpassungsstörungen, “normale” Trauerreaktionen von weniger als 6 Monate, Dauer, eine andauernde Persönlichkeitsstörung sowie Angststörungen, Depressionen und andere intrusive Kognitionen und Wahrnehmungsstörungen auszuschließen. Auch die Abgrenzung zur akuten Belastungsstörung ist wichtig.

Des Weiteren müssen die Symptome nach ICD-10 exploriert werden, um eine eindeutige Diagnose erstellen zu können.

Als Stressoren nach ICD-10 zählen:

1. Ereignis oder Situation außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigen Ausmaßes
2. würde bei fast jedem eine tiefe Verstörung hervorrufen.

Zu den Symptomen gehören die wiederholten unausweichlichen Erinnerungen und Re-Inszenierungen des Ereignisses im Gedächtnis, Tagträumen oder Träumen. Weitere typische Symptome sind andauernde Gefühle von betäubt sein und emotionaler Stumpfheit, Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen, Teilnahmslosigkeit und Anhedonie. Häufig werden auch Aktivitäten und Situationen, die Erinnerungen an das Trauma hervorrufen können, vermieden. Zum Beispiel eine Frau, die im Wald überfallen wurde und seitdem Waldspaziergänge vermeidet.

Es kann zusätzlich zu Angst und Depressionen aber auch zu einer vegetativen Über-Erregtheit mit Vigilanzsteigerung, übermäßiger Schreckhaftigkeit und Schlaflosigkeit kommen.

Folgen eines Traumas können auch chronische Schmerzen, sexuelle Probleme, Probleme in Familie und Partnerschaft, Selbstbeschuldigung sowie Selbstbild- und Selbstwert-schädigungen sein.

In der Anamnese ist es für den Therapeuten auch sehr wichtig zu erfahren, welche Selbstheilungsversuche der Klient bereits unternommen hat. Hierzu können u. a. Suchtmittel-missbrauch, Selbstverletzungen, Zwangsrituale, Extremsport und auch Essstörungen zählen. Schon während dieser Phase der Therapie sollte der Therapeut sein Hauptaugenmerk darauf legen, dass sich der Klient in der Therapie sicher fühlt.

Hierzu gehört wie schon beschrieben in ganz besonderem Maße die Beziehungsgestaltung.

Nun folgt die Stabilisierung des Klienten und der Wiederaufbau von Ressourcen. Der Klient soll die Kontrolle über sein Leben zurückerhalten, aber auch die Kontrolle über seine Symptome und u. U. sein selbst schädigendes Verhalten. Die Selbstschutzfähigkeit des Klienten muss aufgebaut werden. In vielen Fällen ist es förderlich - sofern möglich - die Familie des Betroffenen zu einem späteren Zeitpunkt in die Therapie einzubeziehen. Zur Ressourcenbildung gehören z. B. Imaginationsübungen wie “der sichere innere Ort”, “die inneren Helfer” oder “der innere Tresor”. Ein Beispiel folgt auf der nächsten Seite.

Während der Traumaexposition (der Konfrontation mit dem Trauma zur Verarbeitung der belastenden Gefühle und Gedanken), die relativ zu Beginn der Therapie steht, sollte bei mehreren Traumata die Entscheidung über die Reihenfolge der Bearbeitung getroffen werden (“first, worst, last”). Hier sollte der Klient entscheiden und die “hot spots” eine besondere Beachtung finden.

Es kann durchaus Situationen geben, in denen es für den Klienten gut ist, sich (noch) nicht mit einem erlebten Trauma zu beschäftigen. Der Therapeut muss diese Entscheidung akzeptieren!

In der letzten Phase der Therapie geht es dann um die Arbeit am grundlegenden Selbstwertgefühl des Klienten, die Versöhnung mit sich selbst, die Schaffung eines neuen Lebenssinns - kurz der Klient soll sein Leben zurückerobern!

Autorin: Britta von der Linden, NLP-Trainerin, Entspannungstrainerin, Coach,
Internet: vdl-coaching in Bochum, e-mail: info@vdl-coaching.de

Traumata und ihre Therapie (Teil 1)


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