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Traumata und ihre Therapie (Teil 1)


Beginnt man, sich mit dem Thema Traumatisierung - Trauma - Traumata zu beschäftigen, stößt man in der Regel zuerst einmal auf die unterschiedlichen Arten eines Traumas:

Nehmen wir das Monotrauma. Hier handelt es sich um ein einmaliges umgrenztes traumatisches Ereignis.

Die nächste Form, die uns im Zusammenhang mit Trauma begegnet, ist das sequentielle Trauma. Das erlebte traumatische Ereignis kehrt mehrmals wieder, wie z. B. fortwährender Missbrauch oder fortwährende Misshandlung.


In der Reihe dieser Unterscheidungen kommen wir nun zum Begriff der Multi-Traumatisierung.
Menschen mit einer Multi-Traumatisierung erleben mehrere unterschiedliche Traumatisierungen.

Nun gibt es noch die Unterscheidungen in der Art der Traumatisierung: big-T(rauma) und small-T(rauma).

Bei den big-T´s handelt es sich nach einer Definition von Francine Shapiro um eine existenzielle, physische Bedrohung, z. B. durch Gewalteinwirkung oder Gewaltandrohung, physische oder psychische Miss-handlung, Folter, Geiselnahme oder schwere Unfälle.

Die small-T´s hingegen sind nicht existenziell. Hier handelt es sich vielmehr um bedrohliche Erlebnisse, die mit starkem Schrecken, großer Angst oder starker Beschämung, Demütigung, Peinlichkeit, Verunsicherung oder Schuld einhergehen und ähnliche Gefühle von Unausweichlichkeit, Hilflosigkeit oder ausgeliefert sein hervorrufen. Dies können z. B. Demütigungen durch Autoritäten, oder das Bloßgestellt werden vor Gruppen sein.

Die Unterscheidung in big-T und small-T hat jedoch nichts mit der subjektiven Wirkung auf den einzelnen Menschen zu tun.

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Hierzu ein Beispiel:

Der Inhaber eines Getränke-Marktes wird nach Geschäftsschluss in seinem Laden überfallen. Er wird von einem der beiden maskierten Täter mit einer Waffe bedroht, während der zweite - ebenfalls maskierte - Täter nach den Tageseinnahmen sucht. In der Zeit der Bedrohung durch die Waffe hat das Opfer plötzlich keine Gewalt mehr über seine Blasenfunktion - es nässt sich ein. Beide Täter lachen das Opfer daraufhin aus und verhöhnen ihn, dass es sich wie ein kleines Baby in die Hose gemacht hat. Die Täter verschwinden mit dem gefundenen Geld, dem Opfer passiert weiter nichts.

Man könnte nun glauben: Alles noch einmal gut gegangen. Der Mann ist unversehrt, es ist nur ein materieller Schaden entstanden. Doch weit gefehlt.

Die Tatsache, überfallen worden zu sein, ist für den Mann in diesem Fall wirklich nicht so schlimm. Als viel schlimmer erweist es sich für ihn, sich eingenässt zu haben und durch die Täter, die sich darüber lustig gemacht haben, blamiert worden zu sein. Er verschweigt dies auch in seiner Familie, so groß ist die Scham. Diese Scham hindert ihn nach einiger Zeit sogar, in sein Geschäft zu gehen und seiner Arbeit nach zugehen.
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Dieses Beispiel zeigt, wie ich finde, sehr eindrucksvoll, dass häufig die so genannten small-T´s noch schwerer wiegen als die big-T´s.

Kommen wir nun aber zurück zu den einzelnen Traumatisierungen, mit denen wir unter Umständen in unserer Praxis konfrontiert werden.

Sexueller Missbrauch

Kindesmisshandlung

Bedrohung des eigenen Lebens

Körperlicher Angriff

Unfälle

Kriegseinsätze/Gefangenschaft

Folteropfer

Geiselnahme

Naturkatastrophen

Beobachten von Bränden

Beobachten von Unfällen oder Tod



Statistisch zeigt sich, dass Menschen, Naturkatastrophen oder nicht von Menschen initiierte Katastrophen in der Regel leichter verarbeiten als Bedrohungen durch Menschen. Dies hat damit zu tun, dass das vorhandene Grundvertrauen in Menschen durch bedrohliche Taten erheblich zerstört wird, wohingegen Naturkatastrophen eher als unabwendbar oder unkalkulierbar erlebt werden. Es ist dann kein direkter Angriff auf die Person selbst.

Autorin: Britta von der Linden, NLP-Trainerin, Entspannungstrainerin, Coach,
Internet: vdl-coaching in Bochum, e-mail: info@vdl-coaching.de

Traumata und ihre Therapie (Teil 2)


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