Artikel
  Coachprofile     Therapeutenprofile     Newsletter     Lexikon     Kontakt     Links     Übersicht     Impressum  
Allgemein:
Startseite

Die Transaktionsanalyse (Teil 1)

In Gesprächen ertappen wir uns gelegentlich selbst dabei, wie wir in eine bestimmte Rolle schlüpfen. Wir verhalten uns besonders kritisch oder wie ein angepasstes Kind, besonders fürsorglich oder sehr spontan. Und wir stellen fest, dass im Kontakt mit bestimmten Menschen immer dieselben Handlungsmuster und Rollenverteilungen auftreten. Die Reaktion scheint vorhersagbar und geradezu unausweichlich.

Auch wenn solche Rollenspiele recht kurzweilig sein können, bergen sie den großen Nachteil, dass die echten Gefühle und Bedürfnisse dahinter verborgen bleiben, nicht angemessen ausgedrückt und daher auch nicht erfüllt werden. Rollen, die sich zunächst scheinbar positiv ergänzen, wie zum Beispiel die des “armen Opfers” und die des “fürsorglichen Retters”, können auf Dauer in Konflikte münden.

Ohne ein Bewusstsein für die ablaufenden Prozesse und zugrunde liegenden Einstellungen ist es schwer, Teufelskreise in der Kommunikation zu durchbrechen. Die sogenannte Transaktionsanalyse (TA) beleuchtet die Rollen und “Spiele”, welche Menschen in Gesprächen einsetzen und will Wege aus den Gesprächs-Sackgassen aufzeigen.

Basierend auf den psychoanalytischen Grundlagen von S. Freud, A. Adler, E. Erikson und P. Federn entwickelte Erik Berne die TA 1974 als Therapieform, die verschiedene Wissensbereiche integriert. (Auslöser für die Entwicklung einer eigenen Therapieform war für Berne übrigens die Weigerung der Psychoanalytischen Vereinigung, ihn als Mitglied aufzunehmen, mit der Begründung, er müsse erst noch geraume Zeit an Eigenanalyse ableisten…!)


Eric Erikson beschreibt in seinem Werk “Kindheit und Gesellschaft” die Stufen der emotionalen Entwicklung und arbeitet die Einstellungen heraus, die auf jeder Stufe erworben werden. Dabei stellt er die extremen Ausprägungen einander gegenüber, z.B. Vertrauen/Misstrauen oder Scham/Autonomie.

Individuen entwickeln sowohl Zutrauen als auch Misstrauen, entsprechend der Qualität der frühen Zuwendung (Streicheleinheiten), die sie erhalten haben. Hat ein Kleinkind in adäquater Weise Liebe und Zuwendung erhalten, dann tendiert es mehr in Richtung Vertrauen zu anderen und fundamentalem Zutrauen zu sich selbst. Jeder von uns handelt in Übereinstimmung mit seiner individuellen Grundeinstellung.

Im Falle der Pole Autonomie oder Zweifel an sich selbst (mit entsprechender Neigung zur Überanpassung) handelt es sich ebenfalls um ein Kontinuum. In Folge dessen haben wir als Erwachsene auf manchen Gebieten Selbstvertrauen und auf anderen Gefühle des Zweifels.

Wenn Menschen in der frühen Kindheit erfahren, dass ihr Verhalten nicht zum Ziel führt, d.h. sie zu wenig Aufmerksamkeit oder Zuwendung bekommen, bilden sie nicht nur eine Einstellung heraus, sondern entwickeln auch Verhaltenstrategien, die sie doch zu ihrem Ziel führen. Beispiel: Hilflosigkeit zeigen, um Zuwendung zu erhalten, Wutanfälle bekommen, um Aufmerksamkeit zu wecken, Helferrolle einnehmen, um Kontrolle oder Anerkennung zu ergattern.

In dem Versuch, fundamentale Bedürfnisse wie z.B. Anerkennung, Wichtigkeit, verlässliche Beziehungen oder Autonomie zu befriedigen, setzen Menschen in bestimmten Gesprächssituationen Verhaltensweisen ein, die sich für sie einst bewährt haben, um die gewünschten “Streicheleinheiten” (Strokes) zu erhalten. Diese Verhaltensmuster können beim Gesprächspartner unterschiedliche Reaktionen hervorrufen. Komplementäre Muster können sich zu einem Zusammenspiel ergänzen (zum Beispiel wenn wir als Retter auf einen unsicheren Menschen reagieren und er sich von uns trösten lässt). Es kann aber auch zu Konflikten kommen: Das vermeintliche “Opfer”, dem wir helfen wollen, empfindet vielleicht unser Angebot als herablassend und reagiert aggressiv.

Mit Hilfe der TA lassen sich Kommunikationsvorgänge zwischen Menschen analysieren. Kommunikationsvorgänge bezeichnet Berne als Transaktionen.

Die Transaktionsanalyse dient hauptsächlich 3 Zielen:

1. Selbsterkenntnis über eigene Verhaltensmuster erlangen
2. Beziehungen bewusster gestalten.
3. Autonomes Verhalten entwickeln (Grundeinstellung: “Ich bin ok.- du bist ok.!”)


Autorin: Catrin Starossa, NLP-Trainerin und Coach
Internet: www.starossa.com

Die Transaktionsanalyse (Teil 2)


Druckbare Version