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Die Geschichte der Behandlung psychisch Kranker


Bei Fortbildungen in der Alten- und Krankenpflege finden sich regelmäßig interessierte Teilnehmer für die Geschichte der Psychiatrie. Viele Krankheitsbilder werden bereits seit Jahrzehnte beschrieben, sei es die Demenz oder der Morbus Parkinson.

Frühe Beschreibungen gehen von einem Verständnis aus, dass böse Wesen (Teufel, Geister, Dämonen) sich im Menschen aufhalten und ihn beherrschen. Die Babylonier hatten für unterschiedliche Erkrankungen entsprechende Dämonen. Um den Körper für den Teufel unbewohnbar zumachen, zeigte sich die Behandlung in Gebete, Lärmrituale, Auspeitschen und Nahrungsentzug.

In der Zeit der Somatogenes (400 v. Chr. – 300 n. Chr.) hatten alle Krankheiten eine natürliche Ursache. Das Denken und das Fühlen entstehen im Gehirn, in der Folge war ein Abweichen auch eine Erkrankung des Gehirns war. Die Folge dieser Auffassung bestand in einer Behandlung die sich auf Ruhe, Nüchternheit, sexuelle Abstinenz, Umschläge und Aderlässe aufbaute.

Im frühen Mittelalter nahm der Einfluss der Kirchen zu, um die Kranken kümmerten sich Klöster. Viele psychisch kranke Menschen irrten im Lande umher und verkamen im Schmutz.
Mönche sprachen Gebete über psychisch Kranke und berührten sie mit Reliquien und brauten Tränke um eine Heilung herbei zuführen.

Die im 13. Jahrhundert wütenden Seuchen und Hungersnöte wurden den Hexen zugeschrieben. Viele psychisch Kranke wurden als Hexen verfolgt.


Hexenverfolgung

Im Folgenden entwickelten sich im 15./16. Jh. Hospitäler, in den die Verwahrung der Kranken in Ketten stattfand. Die Therapien änderten sich in Wasser- und Drehstuhlbehandlungen. Das bekannteste Gefängnis der Welt wurde für „Irre“ 1784 von Kaiser Joseph errichtet. Der Turm war eine kreisrunde fünfstöckige Bastion, mit vergitterten Fenstern und Ringen an den Wänden. Die „Pflege“ wurde von Soldaten durchgeführt (=Wärter). Mit dem Begriff Zuchthaus wurde das Bestreben, den Kranken durch „Zucht und Ordnung“ eine Orientierung zu geben zum Ausdruck gebracht.

Im 19. Jahrhundert teilte sich die deutsche Psychiatrie in zwei Fachrichtungen die „Psychiker“ sahen Geisteskrankheiten als Erkrankung der körperlosen Seele und die „Somatiker“ argumentierten naturwissenschaftlich als Erkrankung des Gehirns.

Die Behandlungsmethoden des 20. Jahrhunderts zeigten diese Ansätze zum einen in der Psychotherapieentwicklung von Freud und zum anderen mit somatischen Schwerpunkten. Diese waren Infektionen mit Malariaerregern um Fieberschübe auszulösen. Es wurden Dauerbäder über Stunden verordnet. Über Jahre wurden mit Insulin-Koma-Behandlungen und mit der Einführung der Elektrokrampftherapie weitere Maßnahmen umgesetzt. Die Entwicklung der Psychopharmaka seit 1950 brachte jedoch in der Behandlung psychischer Erkrankungen entscheidende Fortschritte.

Heute geht man davon aus, dass es Krankheiten gibt, wie z.B. Psychosen, welche vorrangig medikamentös und solche Störungen, wie z.B. die Phobien, welche vor allem psychotherapeutisch behandelt werden sollten.

Autorin: Margarete Stöcker, info@fortbildungvorort.de


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